Musterfall Berufsunfähigkeit

Lebensrisiken werden im Allgemeinen unterschieden zwischen existenzneutralen, existenzbedrohenden und existenzvernichtenden Risiken. Die Berufsunfähigkeit gehört zu den finanziell existenzbedrohenden Risiken.

Der Eintritt der Berufsunfähigkeit führt zu weitreichenden Veränderungen der Liquiditätssituation. Dies wird insbesondere durch den Ausfall der aktiven Einkünfte deutlich. Darunter fallen der betriebliche Bereich, soweit diese Einkünfte von der eigenen Arbeitskraft abhängen, und die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit.

Die Liquiditätssituation ändert sich durch:

  • den Wegfall der aktiven Einkünfte
  • eventuell höhere Kosten durch Krankenbetreuung
  • Zusatzkosten durch eventuelle räumliche Veränderungen (behindertengerechtes Wohnen)

Dem stehen allein die Auszahlungen von vorhandenen Berufsunfähigkeits-Renten gegenüber.

Um Ihnen die Auswirkungen dieses Lebensrisikos bezogen auf persönliche finanzielle Verhältnisse darzustellen, haben wir nachstehend eine Berufsunfähigkeits-Simulation durchgeführt. 

 

Ergebnis: Vermögensvergleich

Im Grund-Szenario entwickelt sich das Nettovermögen positiv. Bis zum Ende des 40-jährigen Betrachtungszeitraums ist genügend Vermögen vorhanden.

Im Szenario "Berufsunfähigkeit" kann weniger Vermögen aufgebaut werden, auf das im Rentenalter zugegriffen werden kann.

Liquiditätsvergleich

Im Grund-Szenario ist die jährliche freie Liquidität im ganzen Erwerbsleben positiv und kann zum Aufbau von Altersvorsorge genutzt werden. Wenn die Überschüsse im Erwerbsleben wirklich zum Vermögensaufbau genutzt werden, können die Unterdeckungen im Alter aus dem Altersvorsorgevermögen problemlos gedeckt werden.

Im Berufsunfähigkeits-Szenario entsteht durch den Notverkauf der Praxis im ersten Jahr ein liquider Zufluss.

Während des Erwerbslebens kann der jetzige Lebensstandard durch das Einkommen der Ehefrau plus Berufsunfähigkeitsrente des Ehemannes knapp gedeckt werden. Unterdeckungen können eine Zeit lang aus der Liquidität aus dem Praxisverkauf ausgeglichen werden.

Mit Eintritt in die Rente kann der Lebensstandard voraussichtlich nicht mehr gehalten werden, weil kein liquides Vermögen mehr vorhanden ist, um die Unterdeckungen auszugleichen.

Dieses Problem könnte durch eine Ausweitung der nichtselbständigen Arbeit der Ehefrau abgemildert werden, sowohl durch Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit als auch durch einen späteren Renteneintritt, der aktuell für das 59. Lebensjahr eingeplant ist.

privates Liquiditätskonto

Die Entwicklung der kumulierten Liquidität zeigt, dass durch den Liquiditätszufluss aus dem Notverkauf der Praxis des Mandanten bis ca. ins Jahr 2033 Zeit gewonnen werden kann.

Fazit

Im vorliegenden Fall scheint für die Zeit des Erwerbslebens das Risiko der Berufsunfähigkeit ausreichend abgesichert zu sein.

Ein liquides Versorgungsproblem tritt voraussichtlich erst im Rentenalter auf.

Diese Situation kann abgemildert werden, indem die Eheleute B. für weitere liquide Zuflüsse während der Erwerbszeit sorgen, zum Beispiel durch Ausweitung der Berufstätigkeit der Ehepartnerin.

Um das liquide Problem im Rentenalter auszugleichen, können

  • höhere Entnahmen aus dem vorhandenen Kapitalvermögen getätigt werden.
  • vorhandene Immobilien im Alter veräußert werden.

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